Trip 2018‎ > ‎

Howto plan a geocaching road trip.

Ganz einfach!

...geht das nicht. Zumindest nicht mit den von Groundspeak aka Geocaching.com zur Verfügung gestellten Werkzeugen. Ja, es gibt die Kartenansicht, Listen, Suchfilter und Pocket-Queries, aber die überschütten einen entweder mit Daten oder sie geben sie nur in unzureichenden Portionen heraus. Ja, man könnte mit der Äpp und ihrer Live-Karte arbeiten, aber das hätte erstens nicht viel mit Planung zu tun und Daten sind trotz EU-Roaming Verordnung ein nicht zu verachtender Kostenfaktor. Denn auch wenn man hierzulande ein sogenanntes unlimitertes Datenvolumen geniest, wird man im Ausland in der Regel auf einige mickrige Gigabytes beschränkt. Danach wird es entweder teuer oder es ist Schluß, je nach Vertrag.

Außerdem empfehle ich jedem, außer der Premium Mitgliedschaft bei Geocching.com auch eine bei Project-GC und irgend ein offline Verwaltungsprogramm wie GSAK. Letzteres empfehle ich einfach, weil ich es am besten kenne und im Zuge meiner Planung einige für GSAK spezifische Macros und Funktionen verwende. Und das Gerät mit dem man letztendlich cachen gehen will sollte mit Offline-Daten und vorallem Offline-Karten ausgestattet sein.

Also...

Zuvor noch ein Satz zur Klärung. Wenn Du Dich einfach in ein beliebiges Verkehrsmittel setzt und von A nach B fährst und dort 2 Wochen Urlaub machst, dann ist das kein Roadtrip.

Der wichtigste Tip - Früh anfangen. Die absolute Superdose mit 1000 Favoritenpunkten wurde schon vor einiger Zeit versteckt.

Die erste Frage, die man sich stellen sollte ist: Was will ich eigentlich?

Das ist natürlich rein rethorisch, denn die Antwort lautet immer: Tolle Doserln.

Ja, gut, Project-GC - Top Favorites aus dem Zielgebit suchen - fertig.

Äh...

Genau. Da sind noch diese Löcher in den diversen Statistiktabellen, oder diese D/T Paarungen, die es einfach nur mit unlösbaren Mysteries in ganz Österreich gibt. Irgendwo cachen wir doch alle gegen die Statistik und hoffen, daß irgendwann ein zufälliger Betrachter in Ehrfurcht erschauert.

  • Die Anzahl der Funde - gut das ist einfach. Gerät auschalten, cachen gehen.
  • 366er Matrix nach Funddatum - das geht mit Geduld und jedem Kalenderprogramm.
  • 366er Matrix nach Versteckdatum - da wird es schon etwas schwieriger, vorallem wenn man den letzten Event am 29. Februar verpasst hat.
  • Fizzy-Grid, die 81er-Matrix - das braucht schon etwas mehr Können, Planung und Vorbereitung. Die Kür ist es sie nicht nur mehrmals zu füllen, sondern auch für jeden Cachetyp zumindest einmal zu füllen.
  • Jasmer-Grid, das sind die Versteckmonate seit es Geocaching gibt - das lässt sich in Europa gar nicht mehr bewerkstelligen. Die älteste Dose am europäischen Festland liegt in Belgien und die allerälteste in Irland.
  • Grandfathered Caches - z.B. Webcams oder alte Virtuelle gibt es in manchen Ländern gar keine mehr, oder nur mehr eine Einzige.
Und dann gibt es natürlich noch verschiedene Challenges. 3 Cachetypen in 3 Ländern an einem Tag oder schlimmer. Oder man ist im Feuereifer vorgeprescht und hat schon 10 Mysteries vor Ort gelöst und die will man natürlich auch mitnehmen.

Egal wofür man sich letztendlich entscheidet, die Frage ist: Wie findet man die zu den Wünschen passenden Caches?

Die neue Suchfunktion auf Geocaching.com kann zwar schon einiges, aber das Mittel der Wahl sind meiner Meinung nach immer noch Pocket-Queries. Pocket-Queries kommen in komprimierten Dateien, die für sich kleiner als ein Bild auf der Webseite sind, obwohl die Informationen von 1000 Caches enthalten sind. Alle österreichischen Caches zusammen machen in Pocket-Queries weniger als 100MB, also ein Zehntel Gigabyte aus. Das spart Zeit, Datenvolumen und letztendlich auch Geld.

Die Konfiguration hat aber einige Tücken. Am Besten macht man sich als erstes eine Art Vorlage für alle Länder die man bereisen will. In der Dropdownliste der Länder kann man nämlich durch anklicken mit gedrückter Strg-Taste mehrere Staaten auswählen. Allerdings - sobald man mehr als eine Handvoll auswählen will - erfordert das ziemliche Konzentration und je nachdem was wir suchen wollen, brauchen wir diese Vorauswahl mehrmals. Deshalb macht diese Vorlage Sinn, auch wenn sie für sich ziemlich sicher das Limit von 1000 Caches überschreiten würde.

Die Art wie man Pocket-Queries erstellt ist nicht gerade Intuitiv zu nennen. Erstellt man ein neues Pocket-Query bekommt es eine interne, für uns nicht sichtbare ID und lebt solange, bis wir es wieder löschen. Öffnet man die Definition eines Pocket-Queries, ändert  und speichert es - vermeintlich - unter anderem Namen wieder ab, hat man nicht ein neues Pocket-Query auf Grundlage eines anderen erstellt, sondern lediglich die Vorlage geändert. Beide Varianten bleiben nur dann erhalten, wenn man die Definition zuvor in der Listenansicht kopiert. Erst dann entsteht ein zweites - vorerst identisches - Pocket-Query mit einer eigenen ID, das dann entsprechend angepasst werden kann. Der Name ist also nur Dekoration und könnte auch für alle Pocket-Queries gleich lauten. Eine ganz blöde Idee.

Mit dieser Vorlage können wir jetzt Pocket-Queries nach bestimmten Kriterien erstellen, die aber in einem Schwung auf die Caches in allen zu besuchenden Ländern wirken. Z.B. alle Webcams, oder alle 5/5er. Sollte eines davon doch mehr als 1000 Caches liefern, kopieren wir es und schränken die Suche mittels des Versteckdatums in beiden ein. Dabei sollte das Pocket-Query für die jüngeren Caches, ein Enddatum nach Ende des Roadtrips haben. Damit können wir gegebenenfalls mit einer Aktualisierung kurz vor der Abfahrt oder dann vor Ort auch die neuesten Listings bekommen.

Aus eventuell angelegten Bookmark-Lists kann man ebenfalls Pocket-Queries erzeugen lassen. Man kann sich auch Pocket-Queries mit Caches entlang von Routen erstellen lassen, aber da Geocaching.Com selbst kein Routing ist das irgendwie - äh - naja. Außerdem macht es nur unter besonderen Umständen Sinn die Informationen für alle Dosen links und rechts der Autobahn zu haben, weil man dann vor lauter auf- und abfahren einfach nicht weiterkommt. Vergrößert man den Suchabstand aber zu sehr, um eventuell doch noch ein Gustostückerl zu entdecken, überschreitet man sehr schnell das auch für diese Pocket-Queries geltende Limit von 1000 Caches.

Für die Suche nach Caches mit besonders guten Bewertungen, sollte man Project-GC bemühen. Auch diese Suche bietet eine Mehrfachauswahl bei Ländern. Die gefundenen Caches kann man dann bis zu einem bestimmten Schwellwert in das "virtuelle GPS" kopieren, und von dort wiederum als GPX Datei exportieren.

In GSAK legt man sich jetzt eine seperate Datenbank an und importiert all diese Pocket-Queries und GPX Dateien. Zum Glück werden auf Geocaching.com korrigierte Koordinaten inzwischen auch mit Pocket-Queries ausgeliefert. Früher mußte man die seperat nochmals über die API aktualisieren.

Schaut man sich jetzt das Ergebnis einmal


Comments