Workflow

Um immer und überall nach dem nächsten Doserl suchen zu können, braucht es ein wenig Vorbereitung.

Da man sich leider nicht immer auf brauchbaren Datenempfang verlassen kann, oder einem gar kein mobiler Internetzugang zur Verfügung steht, ist es immer noch am sichersten wenn man möglichst viele Caches in seinem GPS-Gerät gespeichert hat. 

Man kann sich zwar mit bekannten gratis WLAN Angeboten wie vom Schachtelwirten oder der Asfinag helfen, aber die sind außerhalb der Ballungsgebiete auch nicht immer so leicht zu erreichen und nicht immer so zuverlässig wie man es sich wünschen würde.

Was braucht man verwende ich also um jederzeit auf die nächste Dose losgehen zu können?
  • Einen Pro-Account bei geocaching.com
  • Pocket-Queries
  • GSAK
Und natürlich ein GPS-Gerät.

Außerdem empfiehlt sich noch ein Note- oder Netbook mit 12V Adapter. Ein Tablet kann auch gute Dienste leisten aber wenn man 20 Caches am Stück loggen will, ist eine echte Tastatur durch nichts zu ersetzen. Smartphone-Besitzer sollten sich eines der Partnerprogramme zu GSAK herunterladen. Für Android heißt das Ding:
  • GDAK

Die Idee

  • Eine lokale Datenbank aus allen such- und erreichbaren Caches im gesamten Einzugsgebiet.
    • Alle, aber auch nur die Cachetypen die man überhaupt suchen will.
    • Finals von gelösten Mystries.
  • Möglichst viele Caches in der unmittelbaren Umgebung im GPS-Gerät.
  • Eine Möglichkeit sich rasch eine Übersicht über die weitere Suche zu verschaffen.

Das Problem oder besser gesagt, die Probleme

  • Nicht alle Listings enthalten ein Bundesland.
  • Korrigierte Koordinaten schaffen es nicht in die Pocket-Queries.
  • Manche Bundesländer enthalten oder umschließen andere Bundesländer.
  • Maximal 1000 Caches in einem Pocketquery.
  • Maximal 10 Pocket-Queries pro Tag.
  • Maximal 2000 API-Queries pro Tag.
  • Über große Flüsse wie die Donau gibt es nicht allzu viele Brücken.
  • 25000 Caches passen in kein GPS-Gerät.
  • Die GPS-Chips in Smartphones sind nicht unbedingt die besten.
  • Jeden Tag werden neue Dosen gelegt, aktiviert, deaktiviert oder archiviert.
Mein Lösungsweg

...richtet sich natürlich nach der Art von Caches die ich zu suchen bereit bin und wo ich suche.

Ich bleibe in der Regel in Österreich, bzw. im "westlichen" Ausland. Die früheren Ostblockstaaten betrete ich aus persönlichen Gründen höchstens zu Fuß und auch das nur in Ausnahmefällen. Das hat nichts mit Nationalismus zu tun - nur mit der Abneigung gegen ebendiesen und ewig-gestrigen Apparaten und Strukturen.

Ich mache in der Regel keine Multis, keine Earthcaches und keine WherIGos. Mit diesen drei Cachetypen habe ich mich überproportional oft über fehlende Stages, blöde Fragen und Softwarefehler ärgern müssen. Deshalb verzichte ich darauf.

Die potentielle Beute besteht für mich also aus Tradis und Mysteries. Eine Ausnahme bilden noch nette Nacht-Multis, aber von denen gibt es leider nicht allzu viele.

Da es aber in jedem Bundesland mehr als 1000 Tradis gibt muß man die Pocket-Queries so definieren, daß kleinere Häppchen entstehen. Im Augenblick funktioniert das noch recht gut über das Land (Österreich) und das Datum an dem die Dose gelegt wurde. Zur Zeit habe ich 27 Pocket-Queries die jeweils nach Dosen suche, die in einem bestimmtem Zeitfenster versteckt wurden. Davon laufen jeden Tag 8.

Zusätzlich gibt es noch 2 Pocketqueries die täglich laufen.

New Caches - Alle Traditional  und Mystery Caches die in den letzten 7 Tagen veröffentlicht wurden.
Recently disabled - Alle Caches die in den letzten 7 Tagen disabled oder archiviert wurden.

Einmal in der Woche hole ich dann noch...

Exoten - Da sind alle Earthcaches, Letterboxen, WhereIgo-Caches und Webcam-Caches drinnen.

...da tut sich in der Regel nicht so viel. Und zur Not kann ich auch einmal eine Woche lang darauf verzichten.

Die Pocket-Queries importiere ich in GSAK. GSAK behält die korrigierten Koordinaten für meine gelösten Mysteries und natürlich auch eventuell hinterlegte Notizen zum Lösungsweg. Es kann sogar die Informationen auf geocaching.com mit denen in seiner Datenbank abgleichen.

Um zumindest in der näheren Umgebung tagesaktuell zu sein, habe ich auf GC.COM noch die Benachrichtigungen so eingerichtet, daß sie mir alle Aktivitäten im Umkreis von 80km an eine eigene eMail-Adresse schicken. Diese Benachrichtigungen werden von einem eigenem GSAK-Makro gelesen und die Datenbank entsprechend aktualisiert. Das reicht zwar nicht aus um einen Publish in Innsbruck mitzubekommen, aber St.Pölten geht sich aus. Und für einen FTF nach Innsbruck zu glühen wäre sowieso ein wenig übertrieben.

Damit habe ich eine nahezu tagesaktuelle Datenbank mit allen Tradis, Mysteries, Earth-, WhereIgo und WebCam-Caches. Multis interessieren mich wie schon gesagt nur in Ausnahmefällen und die importiere ich dann bei Bedarf händisch.

Einmal in der Woche lasse ich dann einen Filter über alle seit mehr als einer Woche nicht aktualisierten Caches laufen und in der Folge per API-Request direkt aktualisieren.

Zusätzlich zu den normalen Informationen die von GC.COM kommen kann man noch eigene Attribute definieren. Ich habe zum Beispiel ein numerisches Feld namens "Leiter". Wenn ich vor Ort bei einer Dose feststelle, daß ich zu klein bin, trage ich hier die Mindesthöhe der meiner Meinung nach notwendigen Leiter ein um den Cache zu erreichen.

Außerdem habe ich in GSAK auch noch einige zusätzliche Flags wie "geochecked", "Bonus" und "Fieldpuzzle".

geochecked

...bekommen gelöste Mysteries mit überprüften Koordinaten, praktisch sind sie dann nur mehr ein Tradi und werden in der Folge auch so behandelt. Ein gelöster Mystery ohne Geochecker ist manchmal eine fragwürdige Sache. Für einen gelösten und gecheckten D5 fahre ich auch einmal 50km, für einen ungelösten nur dann wenn ich mir wirklich, wirklich ganz sicher bin. Ungecheckte müssen warten bis es mich einmal aus anderen Gründen ins Zielgebiet treibt.

Bonus

...bekommen Bonuscaches, also Mysteries bei denen es kein Rätsel zu lösen gibt. Das ist wichtig um in GSAK eine Liste von Mysteries für die langen Winterabende zu erstellen. Bonuscaches hätten in dieser Liste nichts zu suchen.

Fieldpuzzle

Fieldpuzzles sind Rätsel bei denen man nicht nur den Kopf schief halten muß, sondern auch vor Ort etwas herausfinden muß. Eigentlich sowas wie ein Multi aber im Gegensatz zum normalen Multicache, kann es sein, daß man ihn nicht vor Ort fertig lösen kann sondern mit den gefundenen Informationen zu Hause weiterrätseln muß.


Heimarbeit

Die tägliche Routine besteht in erster Linie daraus die Pocket-Queries abzuholen und die Benachrichtigungen zu importieren.

Wenn ich dann in der Stimmung bin Rätsel zu lösen, habe ich einen seperaten Filter der mir nur ungelöste Mysteries zeigt.

Wenn ich damit fertig bin, oder einfach losfahren möchte setze ich in GSAK meinen aktuellen Standort. Das kann entweder ein gespeicherter Ort, eine Dose oder die aktuellen Koordinaten vom GPS-Gerät sein. Dann werfe ich ein spezielles GSAK-Macro namens Ten Filters an. Sollte ich entlang einer längeren Strecke cachen wollen, kann ich in GSAK einen Streifen entlang einer Route markieren und damit die Caches am Weg auswählen.

Ten Filters kann mehrere Filter kombinieren. In die Auswahl kommen nur aktive, ungefundene Caches die entweder Tradis, gelöste Mysteries, Nacht-Multis, Earth- oder WebCam-Caches sind.

Mein Garmin schafft bis zu 1975 Caches, daher setze ich - ausgehend vom aktuellen Standort - bei den ersten 1900 Caches in der Liste das Userflag und filtere nochmals nach allen Caches mit gesetztem Userflag.

Wenn ich jetzt noch Zeit habe lasse ich diese per API nochmals aktualisieren. Kann ja sein, daß mein letztes Update 5 Tage alt ist, der Cache aber gestern deaktiviert wurde.

Danach kopiere ich diese Caches in eine seperate, zuvor geleerte Datenbank.

Von dieser Datenbank exportiere ich die Caches mit dem "Export to newer Garmin" Macro. Dieses Macro hat den Vorteil das es einige Informationen im GPS-Gerät unterbringt die dort nicht ankommen würde wenn man die Caches einfach nur auf das GPS-Gerät überträgt. So werden alle Stages, Parkplatze und Referenz-Punkte als POIs überspielt und die eigenen Notizen aus GSAK als erster Eintrag bei den Logs untergebracht. So kann man z.B. bei einem Mystery seine eigene Lösung nochmals überprüfen oder nachlesen.

Die Points Of Interest werden teilweise mit transparenten Icons über dem normalen Cache-Symbol dargestellt und zeigen einem auf den ersten Blick ob es für den Cache jetzt eine Parkplatzkoordinate gibt oder nicht. Außerdem kann man sich noch so Sachen wie Cachegröße oder "hat korrigierte Koordinaten" anzeigen lassen.

Damit sind die Caches einmal im Garmin. Die Datenbank (ich meine diejenige die ich zuvor geleert habe) kopiere ich jetzt noch auf mein (Android-)Telefon und mein (Android-)Tablet.

Auf beiden habe ich im Grunde die gleichen Geocaching bezogenen Programme oder Apps installiert, aber das Telefon geht halt immer mit, das Tablet ist zwar komfortabler und schneller, aber halt auch größer und bleibt daher öfters auch einmal im Auto.

Auf den Android verwende ich wie schon erwähnt GDAK. GDAK kann direkt mit den GSAK Datenbanken arbeiten. Die Anzeige mag manchen als spartanisch erscheinen, hat aber den Vorteil, daß sie schnell ist und im Gegensatz zu einigen anderen Apps unabhängig von der Datenverbindung funktioniert. Im Feld kann ich dann nach Namen oder Cachetypen bzw. nach der Richtung in der ich unterwegs bin oder auch nach Difficulty oder Terrainwertungen filtern.

Außerdem kann ich die Datenbank über ein Plugin noch in Locus Pro importieren.

Beide Programme können mit Offlinekarten arbeiten.




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